Die Medici (Wirtschaft)

Tabellarische Darstellung der Wirtschaft  in der Zeit der Renaissance

zur Bilder-Galerie: Die Medici

 

Wer ist der Abgebildete ?

Die Medici - Förderer der Kunst und Kultur

von Steffi S.

Im 15.  Jahrhundert entwickelte sich Florenz zu einem der wichtigsten Kultur- und Handelszentren in Europa.  Eine herausragende Stellung in dieser Entwicklung nahm die Bankierfamilie der Medici ein.  Sie förderten Kunst und Künstler nicht nur aus Leidenschaft, sondern um Macht zu demonstrieren und vorzutäuschen.  Es herrschte der dezidierte Wunsch, sich mit herrschaftlicher Aura zu umgeben.  Je instabiler ihre politische Position war, desto mehr investierten die Medici in Kunst.

Ein Beispiel dafür wäre Lorenzo der Prächtige.  Er ist nur knapp einem Mordanschlag entgangen, führte aber danach Florenz zur kulturellen Blüte.  Nachdem Lorenzo de'Medici dort an die Macht kam, pflegte er engen Umgang mit den Gelehrten und Künstlern seiner Stadt.  An der bildenden Kunst hatte er nur geringes Interesse, weshalb ihn für keines der großen Gemälde seiner Zeit den Verdienst des Auftraggebers zukam.  Trotzdem förderte er den jungen Michelangelo, der die Dichtungen und antiken Kultursammlungen als Anschauungsmaterial und Vorbild nutzte.  Aber Lorenzos Ruhm beruhte vor allem auf die Förderung eines ausgezeichneten Kreises von Gelehrten, Dichtern und Künstlern; dazu zählten Pico della Miranota, Botticelli oder Poliziano.  Dank einiger Bemühungen und der späteren Mythen, die sich um seinen Namen rangen, wurde das Bild von Lorenzo de'Medici als Idol eines Renaissance -Fürsten, -Gebildeten und -Großzügigen geprägt.

Auch Cosimo de'Medici, der Großvater des Lorenzos, galt als ein großzügiger Mann.  Er förderte in einem noch nie da gewesenem Maße die Architektur und die bildenden Künste.  Er war in der ausübenden Macht sehr diskret und machte sich einen Namen als kluger Förderer von Kunst und Literatur.  Seine Unterstützung galt Künstlern wie Doranatello, dessen Werke im Palast der Familie aufgestellt wurden.  Der Bau dieses Palastes war einer der bedeutendsten Unternehmen Cosimos.  Seine Autorität und sein Einfluss wurden in ganz Florenz durch zahlreiche Beispiele erkennbar.  Die meisten der Kirchen und Klöster in der Stadt enthalten einen direkten und indirekten Hinweis auf das Kunstfördertum der Medici.  An Santa Groce gab er Gelder, um die Novinzenkapelle zu bauen, eine Abtei in Friesole wurde von ihm finanziert.  Eine weitere Schenkung war die ihm benachbarte Kirche San Lorenzo, Sein Vater hatte bei Brunellchi die Alte Sakristei für diese Kirche in Auftrag gegeben.  Als die finanziellen Mittel für das Gebäude nicht reichten, übernahm Cosimo die Verantwortung für die Fertigstellung.  Mittlerweile sind zahlreiche Kunstgegenstände, die einst in den Händen der Medici waren, in kunsthistorischen Museen untergebracht.

Vielleicht wären die Medici heute vergessen, hätten sie nicht zahlreiche Bauten errichtet, Kunstgegenstände gesammelt und Talente gefördert.

Der Aufstieg der Medici

von Katrin H.

Die Geschichte des Medici-Clanes begann am Anfang des 13.  Jahrhunderts, als die Albizzi, eine Bankerfamilie, die Politik in der Stadt Florenz beherrschte.

Seitdem findet man in Florenz Mitglieder der Familie Medici in öffentlichen Ämtern.  Unter Giovanni di Bicci de'Medici (1360-1429) übernahmen sie die Führung zur Popolanenpartei und konkurrierten und den Albizzi um die politische Spitzenposition der Stadt.  Durch den Orienthandel hatte die Familie enorme Gewinne gemacht und so gründeten sie die Medici-Bank.  Der Krieg zwischen Florenz und dem Papst hatte zunächst die Geschäftsverbindungen zwischen den beiden zerstört, doch die Florentiner Kaufleute und Bankiers eroberten in den Jahren nach 1390 ihre Stellung am päpstlichen Hof allmählich zurück.  Giovanni di Bicci leitete bis 1397 die Bank der Medici in Rom und kehrte dann nach Florenz zurück, wo er von da an die Zentrale der Medici-Bank war.  In den Jahren nach 1410 gelang es den Medici, die anderen Florentiner Bankhäuser in Rom zu überflügeln, was größtenteils der Beziehung zwischen Giovanni und dem Papst, Baldassare Cossa, zu verdanken war. 1420 gingen die Spini, die größten Konkurrenten der Medici bankrott und die Medici erreichten auch unter Papst Martin V., der eigentlich der anderen Fraktion verpflichtet war, dieselbe Stellung wie zuvor unter Johannes. Giovanni di Bicci war ein außerordentlicher wirtschaftlicher Aufstieg gelungen.  Bei seinem Tode hinterließ er ein großes Vermögen.  Sein Sohn, Cosimo de' Medici machte aus der väterlichen Bank die größte von allen und sich selbst zum reichsten Bürger der damals bekannten Welt.  Die Medici nahmen den ersten und die Benci den zweiten Rang unter den größten Steuerzahlern ein.  Unter Cosimo de' Medici wurde neben dem Hauptsitz in Florenz fünf Bankfilialen in Italien und vier weitere nördlich der Alpen sowie mehrere Handwerksbetriebe gegründet.  Daneben handelten die Medici mit Alaun, einem kostbarem Mineral, das für die Tuchproduktion benötigt wurde, und anderen Luxusartikeln.  Die Medici erhielten sogar das Monopol für den Handel mit Alaun.

Doch bis all dies erreicht war, galt es, noch einige innenpolitische Schwierigkeiten zu überstehen.  Manche der Banken glichen einem Kartenhaus aus kurzfristigen Verbindlichkeiten, das schon bei einer leichten Erschütterung in sich zusammenfallen konnte.  Alle Banken arbeiteten mit verschwindend geringem Eigenkapital.  Die großen Schuldner waren meist Könige oder Fürsten, die mit den Krediten ihre Kriege finanzierten.  Erlitten sie eine entscheidende Niederlage konnten sie nichts zurückbezahlen.  Die Folge davon waren Bankrotte.  Ein Beispiel dafür ist die Bilanz der Florentiner Filiale der Medici-Bank aus dem Jahr 1427.  Bei einer Bilanzsumme von etwa 100.000 Florin betrug der Barbestand nur 4.223 Florin.  Diese labile Struktur führte zum Kollaps des Florentiner Finanzwesens.  Auch in der Zeit des Giovanni de' Medici kam es zu einer wirtschaftlichen Krise, die durch den Mangel an flüssigem Kapital ausgelöst wurde.  Die Stadt, von kriegerischen Unternehmungen erschöpft, brauchte Geld.  Doch die Medici konnten auf ihr Vermögen zurückgreifen.  Im September 143 3 wurde Cosimo de' Medici vor die Signoria zitiert und wurde dort sofort verhaftet.  Man eröffnete ihm, er stehe unter der Anklage des Landesverrats im Krieg gegen Lucca.  Doch Cosimo fand Wege, die Überzeugungskraft seiner Geldmittel wirken zu lassen.  So wurde die Todesstrafe nicht verhängt, aber es wurde folgender Kompromiss beschlossen: Zehn Jahre Verbannung nach Padua.  Die anderen Mitglieder der Familie Medici wurden an andere Orte geschickt.  Doch das Blatt wendete sich schon bald.  Im Oktober 1434 wurde eine neue Stadtregierung ausgelost, deren Mehrheit den Albizzi, größte Konkurrenten der Medici, feindlich gesonnen war.  Den Medici und ihren Anhängern gelang es nun erneut, die Oberhand zu gewinnen und Cosimo de' Medici kehrte nach Florenz zurück.  In den folgenden Jahren schaffte er es, alle wichtigen öffentlichen Ämtern, Gremien und Kommissionen mehrheitlich mit Leuten zu besetzen, die ihm ergeben waren, während er sich selbst möglichst im Hintergrund hielt.  Er suchte nicht nach oberflächlichen Erfolgen, sondern setzte auf Beharrlichkeit und Fleiß.  Mit eiserner Hand leitete er die Geschäfte der Medici-Bank und zog gleichzeitig die Fäden hinter den Kulissen der Stadtpolitik.  Cosimo starb im Alter von 75 Jahren am 1. August 1464, ohne dass seine Herrschaft ein einziges Mal in Frage gestellt worden wäre.

 

Die wichtigsten Personen der Medici

Von Dajana G-K.

 

Guilio de´Medici

Giulio de Medici war ein unehelicher Sohn von Giuliano de´Medici und lebte von 1478-1534. Nach dem Tod seines Vaters, wuchs Guilio bei seinem Onkel Lorenzo auf. Mit 35 Jahren wurde er zum Erzbischof von Florenz ernannt. Schon kurz danach war er als päpstlicher Ratgeber tätig und 10 Jahre später wurde er Papst.

Guilio hieß nun Klemens VII und regierte von 1523-1534. Im Jahre 1527 wurde Klemens 7 Monate gefangen gehalten, da die kaiserlichen Truppen in Rom eingefallen waren und das Römische Reich so gefügig machen wollten.

Die starre Haltung des Papstes bewirkte die Spaltung zwischen der katholischen Kirche und dem englischen Staat.

Wie fast alle Medici war Klemens Förderer der Kunst und förderte Künstler wie Benvenuto, Michelangelo und Cellini.

 

Lorenzo I. de´Medici

 

Lorenzo de´Medici wurde am 01.01.1449 als Sohn von Piero de´Medici geboren. Piero litt an Gicht und wurde deshalb der Gichtige genannt. Aufgrund seiner Krankheit übernahm er nach dem Tod seines Vaters Cosimo nur für 5 Jahre die Führung der Staatsgeschäfte. Anschließend wurde dieses Amt von seinem Sohn Lorenzo ausgeführt obwohl dieser 1469 erst 20 Jahre alt war. Man wollte dieses Amt jedoch keiner anderen Familie überlassen.

Schon Cosimo wurde von dem Volk verehrt, Lorenzo aber wurde geliebt und vergöttert. Das Volk mochte die Medici trotz ihrer außerordentlichen Hässlichkeit. Gerade Lorenzo wirkte besonders abstoßend. Dass, was Lorenzo so beliebt machte, war seine Unbeschwertheit; seine offene Haltung, sein Anmut und seine Fröhlichkeit. In den Grundhaltungen verwaltet er sein Amt nicht anders als seine Vorgänger, er regiert nur offensichtlicher und nicht im Verborgenen. Ebenso charaterristisch für ihn waren seine großen Feste und so regierte er 9 Jahre lang ohne große Schwierigkeiten. Aufgrund seiner gutaussehenden und aufwendigen Kleidung wurde er „il Magnifico“ („der Prächtige“) genannt.

Sein Ansehen beim Volk verschlechterte sich stark als er 1472 einer brutalen Plünderung der aufständischen Stadt Volterra zustimmte. In vielen anderen politischen Angelegenheiten bekam er Hilfe von seinem jüngeren Bruder Guiliano.

Lorenzo war einer der bedeutensten Förderer der Kunst und der Wissenschaft in der Zeit der Renaissance. So war es nicht selten, dass Künstler wie Michelangelo bei ihm zu Gast waren.

Er selbst war ein sehr begabter Dichter und so entstand sein bekanntes, prachtvolles Gebetsbuch.

Cosimo de´Medici

Cosimo de´Medici lebte von 1389 bis 1464. Er war einer der ersten Medici, die für Florenz von Bedeutung waren und wurde daher „der Alte“ genannt. Er war florentinischer Bankier und Staatsmann.

Sein Vater, Giovanni, besaß die Geschäfte der Medici und hatte die Führung in der Volkspartei der Republik Florenz beide übernahm Cosimo später. Mit 44 Jahren verbannte ihn die damals herrschende Adelspartei, nach einem Jahr kehrte er jedoch zurück und übernahm ohne offizielles Amt nahezu die alleinige Kontrolle über das florentinische Staatswesen. Diese Stellung sicherte er sich ständig indem er einige mit überhöhten Steuern in den Ruin trieb, andere verbannte und die Verfassung zu seinen Gunsten änderte. Bald war er der reichste Mann Italiens und unterstützte damit auch Florenz. Er ließ den Stadtpalast der Medici und die Biblioteca Medicea Laurenziana errichten, unterstützte Gelehrte, Künstler und Architekten. Ebenso förderte er die Landwirtschaft und achtete darauf, dass, durch ein Kräftegleichgewicht, zwischen Italien und den italienischen Staaten Frieden und Unabhängigkeit von ausländischen Mächten gesichert war.

Lorenzo de´Medici war sein Enkel.

Cosimo I. de´Medici

Cosimo I. de´Medici lebte von 1519 bis 1574. Mit 18 Jahren wurde er Herzog in Florenz womit er der Nachfolger des 1537 ermordeten Alessandro de´Medici wurde. 1569 wurde er zusätzlich Großherzog der Toskana.

Er errichtete eine absolutistische Herrschaft indem er es schaffte sich gegen Umsturzversuche und gegen den Adel, der Ansprüche auf Mitspracherecht stellt, durchzusetzen. Er ließ die Ämtergebäude für die Zentralisierung und damit auch Bürokratisierung des Staatswesens bauen. 1555 eroberte er die Republik Siena.

Cosimo war aber auch künstlerisch engagiert und förderte Kunst und Wissenschaft in Florenz.

Katharina de´Medici

Katharina de´Medici lebte von 1519 bis 1589. Sie wurde am 13. April in Florenz als Tochter von Lorenzo de´Medici geboren und heiratete mit 14 Jahren den Herzog von Orléans, der 1547 als Heinrich II. König von Frankreich wurde.

Katharina hatte eine große Vorliebe für Architektur. Ein neuer Flügel des Louvre und das Château de Monceau waren ihr Werk. Sie besaß eine eigene Bibliothek mit so wertvollen Schriften, dass sie zu dieser Zeit einzigartig in Frankreich war.

Während der Regierungszeit ihres Mannes und der ihres ersten Sohnes hatte sie wenig Einfluss und stand im Hintergrund. Doch nach dem Tod ihres Sohnes Franz II. 1560 übernahm sie die Herrschaft. Sie führte die Regentschaft des zweiten Sohnes Karl IX. bis zu seiner Volljährigkeit und bestimmte auch danach noch seine Politik. Katharina war so besessen, die königliche Macht aufrecht zu erhalten, dass ihre Manipulationen bis in die Familie hinein reichten. So verheiratete sie 1560 ihre Tochter Elisabeth mit dem katholischen König Philipp II. von Spanien und 1572 ihre Tochter Magarete mit dem protestantischen König Heinrich von Navarra, der später als Heinrich IV. König von Frankreich wurde.

Im gleichen Jahr zweifelte sie es an, dass der Einfluss der Hugenotten auf Karl gut sei. Deshalb plante sie einen Anschlag. In der Bartholomäusnacht starben dabei ca. 50.000 Hugenotten.

Nach dem Tod Karls hatte Katharina keinen Einfluss mehr auf die Politik, da ihr dritter Sohn Heinrich III. dies nicht zuließ. So starb sie am 5. Januar 1589.

Maria de´Medici

Maria de´Medici wurde 1573 als Tochter von Francesco de´Medici in Florenz geboren. Mit 27 Jahren heiratete sie Heinrich IV. Nach der Ermordung Heinrichs wurde ihr erster Sohn 1610 König Ludwig XIII. Ebenso wie Karl IX war er bei seiner ersten Thronbesteigung nicht volljährig, so dass seine Mutter die Regentschaft übernahm. Maria stand unter dem Einfluss italienischer Ratgeber. Anders als Heinrich verfolgte sie eine prospanische Politik. Sie verheiratete ihren Sohn Ludwig und ihre Tochter Elisabeth mit Angehörigen aus dem spanischen Königshaus. Mit der Volljährigkeit Ludwigs entmachtete er sie und sie kehrte erst 5 Jahre später an den Hof zurück.

Vorerst dachte sie eine gute Wahl mit der Förderung  von Richelieu getroffen zu haben und machte ihn mit ihrem Einfluss 1622 erst zum Kardinal, zwei Jahre später zum Ersten Minister des Königs. Sie bereute ihre Entscheidung jedoch bald und versuchte ihn 1630 zu stürzen, da er ihre Spanienpolitik grundlegend revidierte. Der Versuch scheiterte und Maria kam in Haft, konnte jedoch ein Jahr später ins Ausland fliehen.

Sie starb 1642.

Der Machtwechsel der Medici

von Julia

Ein Jahr vor dem Vater starb 1463 Cosimos Zweitgeborener Giovanni, Giovannis Leistungen als Patron sowie sein Besitz wurde nach seinem Tod pauschal seinem älteren Bruder Piero (1416-1469) gutgeschrieben, der sehr unter Gicht litt.  Auf Pieros kranken Schultern ruhte nun nach Cosimos Tod das Schicksal der Medici.  Piero war fünf Jahre der Chef des Hauses Medici. Über seine chronische Gichtbrüchigkeit hinaus weiß man nicht viel über ihn, außer das er einen starken Willen zur Macht und ein hohes Selbstbewusstsein hatte und von Stränge, Gerechtigkeit und Gehorsam geprägt war.  Wie schon sein Vater hat er mit der für einen Florentiner Patrizier angemessenen Häufigkeit führende Ämter bekleidet.

Bei Pieros Tod am 2.Dezember 1469 vollzog sich der Übergang der Führungsstellung auf seinen zu diesem Zeitpunkt 2 1 -jährigen Sohn Lorenzo problemlos. Das knappe Vierteljahrhundert Lorenzos "des Prächtigen" 1469 bis 1492 steht ökonomisch unter düsterem Vorzeichen. Wie sein Vater humanistisch erzogen, in Sprachen, Literatur, Künsten bewandert, fehlte Lorenzo auf der anderen Seite Geschäftserfahrung, was manche in der Folgezeit getroffenen Fehlentscheidungen zu erklären vermag, Unter Lorenzos Führun- kam es so zu einem Niedergang der Firma, die rapide schrumpfte und Anfang der 1490er Jahre definitiv am Ende war. Vor dem Hintergrund der Firmenkrise müssen jedoch die charakteristischen Tendenzen und Merkmale des "laurentinischen" Zeitalters insgesamt gesehen werden. Lorenzo sorgte z.B. auch für die Erschließung neuer Geldquellen und für die zunehmende Monopolisierung der Außenpolitik. In gewisser Weise war mit Lorenzo ein glänzender und zugleich frustrierender Endpunkt erreicht. Innerhalb des alten Systems war die Medici-Macht kaum noch steigerungsfähig.  Am g. April 1492 starb auch Lorenzo. Die Kontraste der Nachrufe setzten nur die gegensätzlichen Wahrnehmungen zu Lebzeiten fort. Er erhielt Beinamen wie "der Schwarze" oder "der Verunstaltete", ist aber auch der erste Mann der Republik gewesen.

1492 erhielt Lorenzos Zweitgeborener Giovanni (1475-1521), der damals dreizehn Jahre alt war, die Kardinalswürde und damit eine nahezu fürstengleiche Stellung, wie sie kein Medici bisher innegehabt hatte.

Am 8.November 1494 wurde ein teil der Medicis aus Florenz verjagt. Aber Giovannis gute Beziehungen zu Papst Julius II., führten schließlich ein Ende des Exils herbei. Ein spanisches Heer bringt im Spätsommer 1512 die Medici nach Florenz zurück und somit zurück an die Macht. Mit Giovannis ein halbes Jahr später erfolgter Wahl zum Papst wird sein Glück in Italien vollkommen. Auch als Papst bleibt er ein Medici, dem die Größe der Familie über alles geht.

Sowohl Lorenzos Drittgeborener Giulliano (1479-1516) als auch sein Enkel

Lorenzo(1492-1519) gewannen im Vergleich zu anderen Medici kaum Profil: Giuliano, vom französischen König zum Herzog von Nemours erhoben, war seiner Leutseligkeit wegen wenigstens beliebt, Lorenzo seiner hochfahrenden Art wegen weniger. Auch biologisch gerieten die Medici plötzlich in Bedrängnis, als Giuliano und Lorenzo vor Erreichen des vierzigsten bzw. dreißigsten Lebensjahres starben.  Beide waren mit Vertreterinnen des europäischen Hochadels verheiratet, ohne dass aus der Ehe für die Stellung in Florenz nützliche Nachkommen hervorgingen. Giulianos unehelicher Sohn Ippolito wurde Kardinal und starb 25-.jährig, ein Jahr nach dem zweiten Medici-Papst.  Lorenzos in seinem Todesjahr 1519 geborene Tochter Caterina heiratete König Heinrich II. von Frankreich und versuchte als Mutter dreier Könige und Regentin, in den 1562 ausbrechenden französischen Religionskriegen die Macht der Monarchen zu bewahren.

Zurück in Florenz verblieb ein neunjähriger Knabe, Sohn einer farbigen Mutter, als Sprössling des jüngeren Lorenzo bezeichnet und somit Stammhalter der Medici. Im Jahre 1521 Starb Leo X. und sein Vetter Giulio folgte ihm als Klemens VII. nach. Alessandro de' Medici, Sohn des jüngeren Lorenzo, wurde zum neuen Herrscher von Florenz erklärt.  Er erwies sich aber in den Augen der Oberschicht als Fehlbesetzung.  Die Erleichterung über Alessandros Ermordung 1537 durch einen Medici der jüngeren Linie, der aus privaten Motiven handelte, hielt der Angst über die Zukunft von Florenz die Waage.

Der letzte für die Herrschaft in Frage kommende, war Cosimo I., Spross des ersten und einzigen Medici, Cosimo der Alte, welcher es einst zu militärischen Ruhm gebracht hatte. Also wurde Cosimo I, zum neuen Herzog von Florenz ernannt. Schon der Name verhieß Anknüpfung an große Tradition und Neuanfang. Wie sein gleichnamiger Urururgroßvater vermochte er soziale und politische Konstellation zur Machterweiterung zu nutzen, Die auf der neuen Würde lastenden Hypotheken wurden überraschend schnell getilgt. 1543 war Cosimo, als Herzog von Karl V. längst

bestätigt.1555 eroberte er die Republik Siena.

Erst mit Cosimo 1. gelang Florenz wieder zu seiner vorherbestimmten Ausgangsform. Obwohl die Dynastie bis zu ihrem Aussterben 1737 einige tüchtige Herrscher aufweist, bleiben durchgreifende Veränderungen in Staat und Gesellschaft aus.

 

[Start]
[Nicht benannt]

© Jürgen  Bucksch