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Im 15. Jahrhundert, dem Zeitalter der großen Erfindungen und Entdeckungen, bereitete sich im gesamten westlichen Europa ein geistiger Umschwung vor.
Dieser nahm seinen Ausgang in Italien, das sich allmählich zur kulturellen Vormacht Europas erhoben hatte. Das deutsche Kaisertum war zerfallen und mit ihm die Idee von einem einheitlichen, das ganze Abendland umfassenden Reich.
Auf dem alten Boden erstand und erstarkte die Nationalstaaten. Auch die Macht der alles beherrschenden mittelalterlichen Kirche schwand dahin. Die Menschen begannen, das Leben auf dieser Erde als Selbstzweck zu betrachten. So
wie sie neue Länder, neue Gestirne und neue technische Hilfsmittel entdeckten, so fanden sie den Mut, die Befreiung des einzelnen Menschen zu verlangen, der ja bisher in seinem Beruf, in seinem Stand und seinem Glauben immer den
strengen Gesetzen einer Gesellschaft unterworfen war. Ungehindert durch kirchliche Vorschriften soll der menschliche Geist denken und forschen, frei soll jede Persönlichkeit ihre Anlagen zur Entfaltung bringen dürfen. Das waren die
Forderungen der neuen Entwicklungsperiode, die durch die Hinwendung zum Weltlichen, durch die Freude am Schönen und die Bejahung des Lebens gekennzeichnet war. In Italien kamen verschollene oder längst vergessene Handschriften aus
heidnischer Zeit wieder ans Tageslicht, wurden abgeschrieben, gedruckt und einem weiten Leserkreis zugänglich gemacht. Neben der Sprache und Geschichte fanden auch die Kunstwerke des Altertums erneut Würdigung und Bewunderung. Man
fühlte sich von ihrer Harmonie, ihrer edlen Form, ihrer Schönheit und Kraft tief beeindruckt, war glücklich über jeden Fund, stellte die Werke der alten als Vorbild für das eigene Schaffen hin und strebte nach der Widergeburt der
klassischen Zeit des griechisch-römischen Altertums. Von dem Versuch her, jene große Periode menschlicher Kultur wieder entstehen zu lassen, erhielt die neue Bewegung ihren Namen Renaissance.
Die italienische Renaissance(1420-1600) In den Künsten und in den Wirtschaften sowie
Gesellschaft und Regierung war Italien der Hauptkatalysator für Fortschritt während der Renaissance: Es handelte sich um eine reiche Periode der Entwicklung, die in Europa am Ende des Mittelalters auftrat. Wegen der Zahl
unterschiedlicher Felder, in denen es angewandt wurde, ist Renaissance ein Wort mit vielen Schichten der Bedeutung. Da Renaissance durch die Feudalgesellschaft des Mittelalters, mit seine Wurzeln in den Traditionen Romanesque
und Byzantine geformt worden war, wurde Renaissancekunst aus einer neuen, schnell entwickelten Zivilisation heraus getragen. Sie kennzeichnete den Ausgangspunkt vom mittelalterlichen zur moderne Welt und, als solcher, legte sie die
Grundlagen für moderne westliche Werte und Gesellschaften. Die italienische Renaissance hat ihre Anfänge sogar schon in Giotto`s Arbeit. Die Suche nach wissenschaftlicher Präzision und größerem Realismus kulminierte in der
großartigen Abgleichung der Harmonie. Der Einfluss des Humanismus wird in der Zunahme der weltlichen Themen reflektiert. In der abschließenden Phase der Renaissance wurde der Manierismus( moderne Stilrichtung für die Kunst zwischen
Renaissance und Barock im 16.Jhr) die dominierende Art.
Architektur
Wenn sie Kirchen konstruierten, verwendeten die Renaissancearchitekten nicht mehr die Form eines Kreuzes als Grundlage für die Struktur. Stattdessen gründeten sie sie auf dem Kreis.
Glaubend, dass Mathematiker Kreise goemetrischer Vervollkommnung gleichstellten, benutzten Architekten den Kreis, um die Vervollkommnung des Gottes darzustellen. Wenn sie ihre Häuser konstruierten, nahmen wohlhabende Leute der
Renaissance häufig eine römische Art an und errichteten die vier Seiten ihrer Häuser um einen Hof. Einfache, symmetrische Dekorationen-nachgemacht von den klassischen- wurden an den Fassaden der Gebäude und an einigen Strukturen
gekennzeichnet verfasst von Stefanie Hillers 20.06.2002
siehe auch tabellarische Geschichte der Renaissance |