Tagebucheintrag von V. Sch.:(...) Gefangen bewege ich mich über den Dächern Mailands auf kaltem Marmor, ich wandle über Treppen, die jede für sich eine
andere Welt bereit hält. Mit kleinen Schritten bewege ich mich auf dem Rücken von vielen Generationen - Stufe für Stufe dem Himmel ein wenig näher. Tausende marmorner Augen, über deren Wesen ich kaum zu
spekulieren wage, verfolgen mich auf meinem Weg: geheimnisvoll, tragisch, phantastisch.Geblendet von der Sonne, die sich im bunten Fensterglas bricht, beginne ich zu philosophieren über den Wert eines kleinen
zerbrechlichen Menschenwesens, wenn ihm bewusst wird, dass auf der Welt so viel Macht, Glaube und Kälte existiert. Scheinbar Wichtiges wird unwichtig. Das Bewusstsein verlässt meinen Körper. Ich versuche die vielen
Gedanken in meinem Kopf zu ordnen.
Welcher Gedanke ist es wert, in solchen Momenten gedacht zu werden