Die Karlsbrücke

Ina Schwarck und Tanja Ellis:

Die Karlsbrücke

 

Die Karlsbrücke ist eine der ältesten Steinbrücken Europas. Sie wurde anstelle der 1342 eingestürzten Judithbrücke errichtet. Die Judithbrücke war für das damalige Prag von enormer strategischer Bedeutung. Hier überquerten nicht nur viele Handelsleute die Moldau, sondern die Brücke war gleichzeitig die einzige direkte Verbindung zwischen den einzelnen Stadtteilen Prags. Weil der Einsturz der Judithbrücke einen herben Verlust für die Stadt darstellte, legte Karl IV. im Jahr 1357 den Grundstein für eine neue Steinbrücke. Der Sage nach soll Karl IV. seine Untertanen in allen Landesteilen aufgerufen haben, Eier nach Prag zu bringen, um damit die Bindekraft des Mörtels zu erhöhen, so dass die Karlsbrücke auch „aus Eier“ aufgebaut ist. Nach fast fünfzigjähriger Bauzeit wurde die Karlsbrücke fertig gestellt. Von nun an verfügte Prag nicht nur über eine feste und dauerhafte Verbindung der beiden Stadtteile, sondern auch über ein neues Wahrzeichen.

 

Der Baumeister der Karlsbrücke war Peter Parler. Er entwarf die Karlsbrücke, die von 16 Pfeilern getragen wird, eine Länge von rund 500 Metern hat und 10 Meter breit ist. Diese Konstruktion war im 14. Jahrhundert eine großartige Ingenieurleistung. Noch heute sind die Besucher der Stadt von dieser sehr massiv wirkenden Brücke beeindruckt.

 

Erst im 17. Jahrhundert wurde die Karlsbrücke dann mit barocken Heiligenstatuen geschmückt. Die älteste Plastik ist die 1683 von Matthias Rauchmüller in Nürnberg gegossene Bronzestatue des Heiligen Johannes Nepomuk in der Brückenmitte. Der Brückenheilige schützt auch in der böhmischen Provinz, in Schlesien, entlang der Elbe und in Bayern vor Hochwasser und Schiffsunglücken. Das Handauflegen am Relief im Pfeiler soll Glück bringen – die blankgeriebene Stelle macht klar, wie viele Besucher daran glaubten. Der Prediger wurde 1393 auf Befehl des Königs von der Karlsbrücke in die Moldau geworfen, weil er sich trotz Folter an das Beichtgeheimnis hielt und nicht sagen wollte, was ihm von einigen Leuten gebeichtet worden war. Nepomuk ertrank in der Moldau. Später wurde er heilig gesprochen.

 

Die Karlsbrücke stand immer im Mittelpunkt des städtischen Lebens. Hier führte der Krönungszug entlang. Hier wurden Märkte abgehandelt, Gerichtsurteile gefällt und sogar Reitturniere veranstaltet.

 

Mit ihren drei Brückentürmen und den 30 Skulpturen wirkt die Karlsbrücke höchst malerisch. Die beiden Kleinseitner Türme entstanden im 12. und 15. Jahrhundert. Der Altstädter Brückenturm gehört zu den schönsten gotischen Türmen der Welt und ist mit vielen Plastiken geschmückt. Auch der Altstädter Brückenturm wurde von Peter Parler entworfen und zwischen 1370 und 1400 gebaut.

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