Die Kleinseite (Ingo, Christian, Helge, Sebastian, Tobias
)
Was ist die Kleinseite eigentlich?
Gebäude, Gärten und Öffnungszeiten
Vorgeschlagene Besichtigungstour
1)
Was ist die Kleinseite eigentlich? Die Kleinseite ist ein Stadtteil Prags, am linken
Moldauufer gelegen lockt sie mit ihren schmalen, krummen, poetischen Gassen, schönen Häusern, prächtigen Palästen und Gärten. Der barocke St.-Nikolaus-Dom auf dem Kleinseitner Ring ist das Wahrzeichen der Kleinseite. Er ist das
Meisterwerk Dienzenhofers und seines Schwiegersohnes Lurago. Der St.-Nikolaus-Dom ist die älteste Barockkirche Prags, wobei es noch eine gleichnamige in der Altstadt gibt.Die Kleinseite wird auch als zweite Prager
Altstadt bezeichnet. Sie ist ein ist ein städtebauliches Gesamtkunstwerk. Ihr Zentrum besteht aus dem Kleinseitner Ring (Malostranske namesti). Die engen Gassen, die Laubengänge und Hinterhöfe, die Gärten und Paläste schaffen eine
zauberhafte Atmosphäre, sie lassen ihren Betrachter in die längst vergangene mittelalterliche Welt eintauchen. Ein Augenschmaus ist die Nerudagasse, die zur Prager Burg hinauf fuhrt. Als dem letzten Teilstuck des Krönungsweges,
sucht man hier die für Kleinseite typische Ruhe und Stille allerdings vergebens. Durch die Nerudagasse schiebt sich der Touristenstrom zur Burg empor. Neben zahlreichen Souvenir-Geschäften und schnuckeligen Cafes befinden sich
hier auch - viele Palais in der ehemaligen Adelsstadt werden heute als Botschaften genutzt - die diplomatischen Vertretungen von Rumänien und Italien. Wenige Meter vom wahnsinnigen Touristenrummel auf der Karlsbrücke herrscht auf
dem kleinen Malteserplatz eine angenehme Ruhe und Stille. Hier residieren die Botschafter von Japan und der Niederlande. 2) Gebäude, Gärten und Öffnungszeiten
Eines der bedeutendsten Bauwerke des "Prager Barocks", mit einer dominierenden Kuppel und einem Glockenturm (Architekten
K. Dienzenhofer, K. I. Dienzenhofer, A. Lurago, 1704 - 1756). Auch die Innenausstattung ist ein Beispiel des Hochbarocks (J. L. Kracker, K. Skreta). W. A. Mozart spielte wahrend seines Aufenthalts in Prag auf der Orgel der
St.-Nikolaus-Kirche. Zugänglich ist auch der Glockenturm der St.-Nikolaus-Kirche, der die Aussicht auf die Kleinseite und die ständige Ausstellung der Prager Chormusik bietet.Öffnungszeiten des Doms: täglich 9.00 - 16.00 Uhr Öffnungszeiten des Glockenturms:
April - Oktober täglich 10.00 - 18.00 Uhr November - März So + Sa 10.00 - 17.00 Uhr
Malostranske mostecke veze (Kleinseitner Brückentürme)Der Blick von der Karlsbrücke auf die Kleinseite zeigt die Brückentürme. Der höhere Turm ist
zugänglich und bietet seinerseits einen herrlichen Blick auf die Stadt. Er wurde im Jahr 1464 erbaut. Der kleinere der beiden Türme ist viel älter (13.Jh.). Er gehörte noch zur Befestigung der ersten steinernen Prager Brücke, der
Judithbrücke. An seiner Mauer befand sich früher ein steinernes Relief, das die Erhebung des Fürsten Vladislav II. (des Gemahls der Brückenbauerin Judith) im Jahre 1158 zum böhmischen König darstellte. Öffnungszeiten: April - Oktober täglich 10.00 - 18.00 Uhr,
November - März geschlossen Praha-Malá Strana (Palast)
Wie das vom gleichen Architekten errichtete, direkt gegenüberliegende Palais Morzin wird auch die Fassade des Palais Thun-Hohenstein durch das enge Zusammenwirken von Architektur und Skulptur geprägt. Doch treten nun
an die Stelle der monumentalen Mohrenatlanten zwei von Matthias Bernhard Braun gestaltete Adlerfiguren, die in der fast grotesken Stellung ihrer Flügel und der Drehung der Hälse eine stark expressive Wirkung erreichen.
Palacove zahrady pod Prazskym hradem (Palastgärten unter der Prager Burg) (Waldstein-Platz 3)
Ledebourg-Garten, Kleiner und Grosser Pálffy-Garten, Kolowrat-Garten und Kleiner
Fürstenberg-GartenDie Gärten befinden sich an südlichen Abhängen unter der Prager Burg.Ursprünglich gab es an diesen Stellen ein System von Wällen, zu Beginn des 16. Jahrhunderts verlor jedoch die Funktion des Schutzsystems an
Bedeutung, die Wälle wurden nach und nach zerstört und die Grundstücke verkauft. Folgend entstanden da Weingärten und im italienischen Stil errichteten Renaissancegärten.Nach der Verwüstung durch Schweden 1648 wurden die Gärten
wiederaufgebaut, und die Schroffheit des Renaissancestiles wurde durch Barockgestaltungen ersetzt – mit Plastik verzierte Balustradenterrassen, monumentale Treppen, Brunnen, Fontänen. Von den Terrassen aus öffnet sich eine
wunderschöne Aussicht auf die Kleinseite und das Panorama der Stadt Prag. Öffnungszeiten:
März - Oktober täglich 10.00 - 18.00 Uhr 3) Vorgeschlagene Besichtigungstour – von der Metrostation „Malostranská“ bis zur Karlsbrücke Eine gründlichere Besichtigungstour durch die Kleinseite
umfasst den Besuch der Gärten und einiger anderer interessanter Orte. Als Ausgangspunkt wählen wir die Metrostation "Malostranská" oder gehen von der Burg die Schlossstiegen (Zámecké schody) hinunter. .....Auf dem Waldsteinplatz - Valdštejnské nám¥stí finden Sie den Eingang zum
Ledebour-Garten (Valdštejnský nám¥stí 3). Dieser Garten aus dem 18. Jahrhundert ist heute Teil der gesamten Gartenanlagen an der
Südseite der Burg. Zu ihnen gehören auch der Palffy-, der Kolowrat- und der Fürstenberg-Garten
(letzterer gehört zur polnischen Botschaft und ist nicht zugänglich). Die barocken Gärten sind ein spezifisches Phänomen der Prager Architektur. Das hügelige Terrain der Stadt erforderte den Bau von Terrassen, von denen sich dem Besucher herrliche Ausblicke bieten.
.....Vom Waldsteinplatz können wir durch das Palastareal gehen, das in den 20er Jahren des 17.
Jahrhunderts der kaiserliche General Albrecht von Waldstein erbauen
lies. Es handelt sich um eine unikate Architektur ungewöhnlicher Größe mit reicher Innenausstattung und großzügiger Gartenanlage. Heute wird der Palast zum Teil vom Senat genutzt. Die historischen Säle sollen nach einer Renovierung für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Der Waldstein-Garten ist mit dem Palast durch die größte Prager Sala Terrena verbunden, die mit Szenen aus dem trojanischen Krieg ausgeschmückt ist. Bronzestatuen von Adrien de Vries (heute Kopien - die Originale wurden während des 30jährigen Krieges von den Schweden geraubt) säumen die Wege in der Gartenanlage.
....Wir gehen aus dem Garten Richtung Klarov und von dort in die Strasse U lu¥ického seminá¥e (Beim Lausitzer
Seminar). Dort befindet sich der Eingang zu einem weiteren Garten. Der Vojan-Garten (benannt nach einem tschechischen Schauspieler) ist eigentlich der älteste Prager
Garten. Bereits in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts gehörte er zum damaligen Bischofshof. Nach dessen Zerstörung wurde er seinem Schicksal überlassen. Im 17. Jahrhundert wurde er dann Bestandteil des Karmeliterinnenklosters.
Diese ließen hier zwei Kapellen erbauen. Später diente der Garten zur Erholung von Schülerinnen der Bildungsanstalt englischer Jungfrauen. Im 20. Jahrhundert schließlich öffnete er seine Toren für die Öffentlichkeit.
.....Die Strasse U lu¥ického seminá¥e (das Seminar - Haus Nr.13 -
diente zur Bildung sorbischer Studenten) führt uns zur Kampa-Insel. Unter der Karlsbrücke bildet ein Moldauarm einen malerischen Winkel, der Prager Venedig
genannt wird. Die Insel erhielt ihre heutige Gestalt erst im 16. Jahrhundert, als die Reste von Kleinseitner Häusern hierhin gebracht wurden, die 1541 bei einem Brand zerstört wurden. Die Insel wurde dann befestigt und das Terrain
erhöht. Danach wurden eine Reihe von Häusern erbaut, während die andere Hälfte der Insel eine Parkanlage bildete (zunächst privat, seit dem 20. Jahrhundert öffentlich). Zudem standen hier Mühlen, von denen einige bis heute erhalten
sind, wie die Št¥panovský-Mühle
aus der Renaissance oder die Grossprioratsmühle mit ihrem großen Mühlrad, das man von der Karlsbrücke sieht. Etwas weiter aufwärts am Teufelsbach steht die Hu¥-Mühle mit einem kleineren Rad. Die Sova-Mühlen auf der gegenüberliegenden Seite der Insel sollen nach ihrer Renovierung als Galerie dienen. .....Wir verlassen die Insel über eine Brücke neben einer kleinen Kirche. Die St. Johannes-Kirche an der Bleiche
dient heute zwar wieder als Kirche, aber ihren seltsamen Namen erhielt sie, als sie nach ihrer Auflösung unter Josef II. als Wäscherei diente. Ihr heutiges Aussehen ist Resultat vieler Umbauten, ihr Ursprung reicht bis in das 12. Jahrhundert.
.....Wir gehen die ¥i¥ní-Strasse weiter. Am Haus Nr. 11 erinnert eine Gedenktafel daran, dass hier einer der
bedeutensten tschechischen Schriftsteller, Karel ¥apek, mit seinem Bruder Josef, einem ausgezeichneten Maler, wohnte (dieser starb im Konzentrationslager). ..... Wir erreichen den Újezd und haben zwei Möglichkeiten: .....1. Wir können auf den Pet¥ín-Laurenziberg entweder zu Fuß gehen oder mit der Standseilbahn fahren. Den Hügel entlang zieht sich eine unter
Karl IV. erbaute Befestigungsmauer, die sog. Hungermauer. Zudem finden wir hier eine interessante Holzkirche , die in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts aus der
Karpathenukraine hierher gebracht wurde. Zudem befindet sich hier die Štefánik-Sternwarte, ein Spiegelkabinett und ein Aussichtsturm, der 1891 als kleine Kopie des
Eiffelturms gebaut wurde. Von hier können wir erneut den Berg hinuntergehen oder aber zum Poho¥elec und dem Strahovkloster gehen. .....2. Wir lassen den Ausflug auf den Pet¥ín aus und gehen die Strasse Újezd bis zur Karmelitská-Strasse weiter. Auf dem Weg machen wir einen Abstecher
zur kleinen St. Laurentius-Kirche in der Hellichova-Strasse. Auch die Geschichte dieser Kirche ist älter als die der Kleinseite - im 12. Jahrhundert war sie Pfarrkirche der Gemeinde Nebovidy. Seit ihrer Renovierung dient sie
als Konzertsaal. .....In der Karmelitská-Strasse wartet eine weitere interessante Kirche auf uns.
Ursprünglich entstand hier Anfang des 17. Jahrhunderts ein lutherischer Gebetssaal, während der Rekatholisierung wurde er den Karmeliterinnen überlassen. Die St.Maria de Victoria-Kirche
ist vor allem wegen des sog. Prager Jesulein bekannt, das Polyxenia von Lobkovicz der Kirche 1628 schenkte. .....In der Karmelitská-Strasse bleiben wir noch vor der Fassade des Vrtba-Palasts stehen (Nr.25). Die unauffällige Strassenfassade birgt eine Überraschung in sich. Der Vrtba- Garten,
den wir durch den Hausdurchgang erreichen, ist einer der schönsten Prager Barockgärten. Auch er ist auf Terrassen angelegt, deren architektonische Gestaltung ein Werk von František Maximilian
Ka¥ka ist. Die bildhauerische Gestaltung stammt aus der Werkstatt des Matthias Bernard Braun. Die Fresken, die die Sala Terrena schmücken, malte Václav Vav¥ninec Reiner. An der Gestaltung des Gartens waren die bedeutensten Künstler
ihrer Zeit beteiligt, und das Ergebnis sieht wirklich danach aus. .....Über die enge Prokopská-Gasse erreichen wir den Maltheserplatz - Maltézské nám¥stí
. Die Johannesstatue steht gegenover einer weiteren Kirche. Die Kirche der Jungfrau Maria unter der Kette ist die Hauptkirche der Johanniter und stammt aus dem 12. Jahrhundert. An dem Haus Zum Goldenen Einhorn
(Laze¥ská 11) auf dem kleinen Platz vor der Kirche befindet sich eine Gedenktafel, die an den Aufenthalt von Ludwig von Beethoven erinnert. .....Die Lázenská-Strasse führt uns auch auf den heimlichen, ruhigen Velkop¥evorské-Platz
mit seinen Barock- und Renaissancebauten. An der Velkop¥evorký (Grosspriorats-) Mühle vorbei erreichen wir die Kampa-Insel und können über die Treppen auf die Karlsbrücke ge
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