Kunst / Kultur  der Renaissance 1470 - 1600

 

1470

Leonardo da Vinci: Verkündigung an Maria (1470/75)

da Vinci Verkündigung an Maria

1473

Baubeginn der  Sixtinischen Kapelle in Rom

1474

Bellini: Bildnis eines Fugger

1477

Gründung der Universität Tübingen

1478

König Christian I. gründet die Universität Kopenhagen

1489

Palazzo Strozzi in Florenz;

B. Notke: Lübecker Totentanz

Der Tod im Danse macabre oder im deutschen Totentanz führt einen  Reigen von Vertretern aller Stände an, beginnend bei Papst und Kaiser  oder König, dann langsam die Stufen der Gesellschaft herabsteigend und  in der Regel abgeschlossen von einem Kind. An jeder zweiten Stelle im  Reigen steht wieder der Tod, der die Menschen an der Hand führt oder  zumindest in die Tanzrichtung weist. - Der Reigen gilt in der  mittelalterlichen Dichtung als ein Zeichen einer Lebensfreude, die  deutlich ins Erotische geht, weshalb die Kirche den Tanz als Paradigma  der Sündhaftigkeit verurteilte. Damit ist also die im Totentanz  ausgedrückte Warnung vor dem Tod zugleich eine Warnung vor der  sündhaften, falschen Lebensfreude.

Der Lübecker Totentanz von 1463 entstand vermutlich angesichts einer  Pestwelle, die sich vom Mittelrhein nach Nordosten verbreitete und  schließlich 1464 Lübeck erreichte. Das Gemälde in der Lübecker  Marienkirche wurde bis ins 18. Jh. immer wieder erneuert; 1942 wurde es  im Krieg zerstört. Es war die im Norden wohl einflussreichste  Darstellung des Themas. Der Text wurde mehrfach verändert und,  illustriert mit Holzschnitten, 1489, 1496 und 1520 gedruckt. Der  Totentanz in der Antoniuskapelle von St. Nikolai in Tallinn - der  älteste in Text und Bild erhaltene deutschsprachige Totentanz - weist  eine auffällige Verwandtschaft mit dem Lübecker Totentanz auf, und daher hat man vermutet, bei einer Renovierung in Lübeck 1588/89 seien Teile  des Totentanz-Gemäldes nach Tallinn (Reval) verkauft worden - eine These allerdings, die sehr umstritten ist - ebenso wie die, dass der Lübecker und der Revaler Totentanz vom selben Künstler stammen.

Der Lübecker Totentanz beginnt wie zahlreiche Totentänze mit einem  Prediger auf der Kanzel. Auf ihn bewegt sich der traditionell nach links (also zum Bösen hin) drehende Reigen zu. Der Tod, der den Reigen  eröffnet, wiederholt die mahnenden Worte des Predigers und lässt sich  dann mit jedem auf einen Dialog ein, in dem neben standesübergreifenden  Ängsten und der Einsicht, dass alles Wehklagen gegen den Tod nicht  hilft, auch standesspezifische Einsichten und Klagen stehen: Die höheren Stände trennen sich - alle gleich - nur schwer von ihrer Macht; die  niedereren Stände dagegen beichten nun direkt ihre Vergehen, wie sie für den jeweiligen Berufsstand typisch sind. Besonders konkret werden die  Beschreibungen bei den gehobenen städtischen Berufsgruppen -  Bürgermeister und Kaufleute -, zu denen die Auftraggeber des Totentanzes gehörten: Der Lübecker Totentanz wurde nicht im Auftrag der Kirche,  sondern im Auftrag der Patrizier angefertigt. Er ist ein ausgesprochen  großbürgerlicher Totentanz. Positiv wird stets der große Fleiß dieser Berufsstände gewertet, während der Adel, der Klerus und die dem  Stadtrat nicht angehörigen Berufsgruppen (wie Ärzte, Geldleiher,  Handwerker) sehr kritisch gewertet werden.

Dass gerade ein solcher Totentanz in der Hanse-Hauptstadt erfolgreich  sein musste, ist verständlich.

1490

A. Dürer: Bildnis des Vaters, Florenz (frühestes datiertes Gemälde)

1491

Johann Froben gründet in Basel eine eigene Druckerei

1492

Leonardo da Vinci zeichnet eine Flugmaschine

da Vici: Flugmaschine

1493

Dürer illustriert in Basel S. Brants Narrenschiff

1494

Botticelli-GeburtderVenus
Botticelli: Die Geburt der Venus
 

1497

Baubeginn der Schlosskirche in Wittenberg (bis 1509)

1498

Dürer: Apokalypse (D.s erster Holzschnittzyklus)

1500

Hieronymus Bosch: Garten der Lüste

1501

Michelangelo: Marmordavid Florenz

1502

Friedrich der Weise von Sachsen gründet die Universität Wittenberg

1505

Raphael: Maddalena Doni

Raphael: Maddalena Doni

 um 1505, 63 x 45 cm, Öl auf Holz, Florenz, Palazzo Pitti

1506

Leonardo da Vinci vollendet die ”Mona Lisa”

Mona Lisa

Die Mona Lisa ist wohl das berühmteste Bild von Leonardo da  Vinci. Sie ist das am häufigsten kopierte Gemälde in der Geschichte der  Malerei.

Jedenfalls zieht die Dame  mit dem geheimnisvollen Lächeln die Menschen in ihren  Bann. Es is gleichzeitig verführerisch und zurückweisend, freundlich und kalt.

Da Vincis Zeitgenossen betrachteten das Bild mit Entzücken und Staunen,  empfanden es  aber auch ein wenig beklemmend. Das lag wohl an der  Maltechnik, die Leonardo verwendete. Im HIntergrund sind Berge, Wasser,  und Nebelschwaden zu erkennen, die ineinander verschwimmen. Sie geben  dem Bild eine geheimnisvolle,  romantische Atmosphäre.

1509

Lucas Cranach d. Ã. : Venus und Amor

1515

La Casa brandmarkt in Spanien die grausame Behandlung der Indianer, Tizian “Zinsgroschen“ H. Brüggemann: Der heilige Christopherus (Schleswiger  Dom)

1517

Martin Luther schlägt 95 lateinische Thesen an die Schlosstor der Kirche in Wittenberg

1521

Michelangelo arbeitet bis 1534 an der Grabkapelle der Medici in S. Lorenzo

1523

A. Dürers erste Fassung der Proportionslehre

1528

L. Cranach d. Ä..: Das Urteil des Paris

ab 1540

Ausbreitung der spanischen Mode

Mit den Eigenschaften Gemessenheit, bewusste Strenge Spanische Renaissancemodeund Steifheit könnte man das Erscheinungsbild der Renaissancemode umschreiben. Die bevorzugte Farbe war schwarz, das der Prunkentfaltung Eleganz verlieh. Charakteristisch ist die Absteifung aller Gewandteile, die keine individuelle Faltenbildung zuließ. Am österreichischen Habsburgerhof mit seinem strengen spanischen Hofzerimoniell dominierte die spanische Mode ab der  2.Hälfte des 16. Jahrhunderts bis 1618/20.

Kleidung der Männer

Die Kleidung der Männer bestand aus einem mit Werg abgesteiften Wams, an dem Achselwülste die Schultern verbreiterten. Über dem Wams wurde auch oft ein zweites Ärmelloses getragen. Typisch für den Modestil ist die breite Halskrause, die über dem Stehkragen angelegt wurde. Damit korrespondierend war am Ärmelabschluss ebenso eine Spitzenmanschette sichtbarKleidung der Frau.

Die höfische Kleidung der Frau bestand aus einem Mantelkleid, dem Manteau, das sich aus dem steifen Mieder mit Achselwulsten, darunter angenestelten Hängeärmeln und hohem Stehkragen sowie dem ebenfalls abgesteiften Rock zusammensetzte.

1545

Perseus-Statue in Florenz

1558

P. Bruegel: Kinderspiele

1559

P. Bruegel: Sprichwörter

1560

Giorgio Vasari beginnt die Uffizien in Florenz

1566

P. Bruegel: Bauernhochzeit

1571

Bartolommeo Ammanati: Neptunsbrunnen vor dem Palazzo Vecchio in Florenz

1582

Fürstbischof Julius Echter gründet die gegenreformatorische Universität Würzburg

1595

In Schweden wird der katholische Gottesdienst verboten

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