lesezeiten und reisezeiten

08.10.16:

Der Flug von Shanghai nach Lhasa dauert 6 Stunden und 45 Minuten.

09.10.16:

Nach dem Frühstück besichtigen Sie den Potala Palast. Die ehemalige Residenz der Dalai Lamas hat sowohl religiöse als auch politische Funktionen. Neben dem Palast wird Sie auch die einmalige Aussicht vom Palast beeindrucken!

Nach dem Mittagessen sehen Sie den Jokhang Tempel. Der Tempel wurde gemeinschaftlich von Handwerkern aus Tibet, China und Nepal gebaut und vereint daher verschiedene architektonische Strömungen.

Den Rest des Tages können Sie auf der Barkhor Strasse verbringen, dort ist ein  eindrucksvoller tibetischen Markt, auf dem Sie sie neben den Einheimischen auch zahlreiche Pilger antreffen werden.

Palast Lhasa

Tibetische Gegenwartsliteratur:

Lektüreempfehlung:

Tsering Woeser; Ihr habt die Gewehre, ich einen Stift. Eine Chronologie der Ereignisse 2008 in Tibet, Berlijn (Lungta-Verlag), ISBN 978-3-00-028220-1. Übersetzt von Gottfried Gärtner und herausgegeben von Tibet Initiative Deutschland e.V. online-Vorschau 16. September 2009

Tsering Woeser (* 21. Juli 1966 in Lhasa), gesprochen: Weise, Öser, Oisêr, Wei Se, ཚེ་རིང་འོད་ཟེར་ (Tibetisch), 唯色 (traditionelle Langzeichen und vereinfachte Kurzzeichen der chinesischen Schrift), Wéisè (HanyuPinyin Umschrift) oder mit vollständigem Namen Tsering Woeser, tshe-ring ’od-zer (Umschrift nach Wylie), ist eine chinesische Schriftstellerin, Dichterin, regimekritische Essayistin und seit 2005 Bloggerin tibetischer Nationalität.

Woeser, wie sie sich selbst entsprechend tibetischer Tradition nennt, wagt es, sich in China kritisch über heikle Themen zu äußern. Die chinesischen Behörden sehen sie deshalb als Bedrohung und halten sie und ihre Besucher unter Beobachtung. In der westlichen Welt wird sie für ihren journalistischen Mut bewundert und vielfach ausgezeichnet. Ihre Essays und Gedichte enthalten facettenreiche und manchmal brutale Details des täglichen Lebens in Tibet, einer tief religiösen und abgeschiedenen Kultur. Der Tibetologe Robert J. Barnett, Columbia University, New York, beispielsweise beschreibt sie als „eine Dichterin, die vergessen hat, Angst zu haben.“ Außerhalb Chinas ist sie eine wichtige Informationsquelle über das heutige Tibet.

Woeser hatte in Lhasa versucht, einen Reisepass zu beantragen, aber Politfunktionäre hatten ihr zu verstehen gegeben, dass sie sich hierauf im Autonomen Gebiet Tibet keine Hoffnung machen sollte. 2005 beantragte sie deshalb einen Pass in Changchun, dem Wohnort ihres Mannes Wang. Der Pass wurde ihr in den folgenden Jahren wiederholt verweigert.

In dem sie 2008 eine Klage gegen den chinesischen Staat einreichte, unternahm Woeser daraufhin einen in China ungewöhnlichen Schritt, um zu erzwingen, dass sie außerhalb ihres Landes reisen könnte. Sie hoffte damit auf den festen Griff aufmerksam zu machen, den China auf Tibet und seine Bevölkerung ausübt. In einem Interview mit Associated Press erzählte sie, dass sie nicht zu gewinnen glaubt, aber dass sie es als Gelegenheit sieht, um über die jahrelange unlautere Behandlung der Tibeter zu sprechen und die Außenwelt über die Wahrheit ins Bild zu setzen. In dem Rechtsstreit wird sie vertreten von Mo Shaoping, einem Pekinger Rechtsanwalt, der sich einen Namen als Verteidiger chinesischer Dissidenten gemacht hat. Woeser setzte Freunde daran, Informationen zu sammeln, woraufhin die Polizei sie wissen ließ, dass sie die Staatssicherheit in Gefahr brächte. Dieses Argument wird häufig gebraucht um Dissidenten im Zaum zu halten. Als Antwort auf diese Anschuldigung schrieb Woeser, dass das große Land China sehr schwach sein müsse, wenn sie als Schriftstellerin eine Gefahr für die Gemeinschaft darstellen sollte. Für Tibeter ist es beinahe unmöglich, einen Pass zu erhalten, weshalb viele ihr Leben riskieren, indem sie über den Himalaya nach Nepal und Indien flüchten.

In Tibet werden Prozesse regelmäßig verschoben, weshalb Woesers Klage im Mai 2011 noch nicht zur Verhandlung kam.[5]

Im Dezember 2008 waren sie und ihr Mann Wang unter den ersten Unterzeichnern des Demokratiemanifests Charta 08. Dessen Verfasser, Liu Xiaobo, erhielt eine elfjährige Gefängnisstrafe. Er wurde 2010 mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Alai 阿来 (* 1959 im Kreis Barkam des Autonomen Bezirks Ngawa der Tibeter, im Norden der chinesischen Provinz Sichuan) ist ein tibetisch-chinesischer Schriftsteller.

Alai wurde 1959 in der Nähe von Barkam in einem tibetischen Dorf geboren. Sein Vater war Tibeter, während seine Mutter der Hui-Minorität angehörte. Er erhielt eine Ausbildung als Chinesischlehrer und arbeitete nach Abschluss seiner Ausbildung kurz als Lehrer. 1996 zog er nach Chengdu und wurde dort Chefredakteur des Magazins 《科幻世界》 (Kē-huàn shìjiè, Science Fiction World). Alai ist mit einer Han-Chinesin verheiratet.

Alai veröffentlichte 1982 sein erstes Gedicht. Drei Jahre später, 1985, erhielt er für sein Gedicht Zhenxiang ni xinling de chibang (engl. Glide the wings of your heart) einen tibetischen Literaturpreis. 1989 veröffentlichte er unter dem Titel 《旧年的血迹》Jiùnián de xuèjì (engl. Bloodstains of the Bygone Years) eine Sammlung von Kurzgeschichten. International bekannt wurde er vor allem, nachdem er 2000 für seinen Roman 《尘埃落定》Chén'āiluòdìng (engl. Falling Dust, dt. Roter Mohn) den renommiertesten chinesischen Literaturpreis, den Mao-Dun-Preis, erhalten hatte.

Lektüreempfehlungen:

Roter Mohn. Unionsverlag Zürich. 2004. ISBN 3-293-20340-X.
Tashi Dawa; Alai; Sebo: An den Lederriemen geknotete Seele. Erzähler aus Tibet. Herausgegeben und aus dem Chinesischen übersetzt von Alice Grünfelder. Zürich. Unionsverlag. 1997. ISBN 3-293-20160-1.

Franz Xaver Erhard (2005): Der schmale Pfad – tibetische Literatur der Gegenwart. Der Schriftsteller Döndrub Gyäl als Vorbild. In: Das neue China. Heft 4, S. 19–21, 2005

Folgende Dissertation wird erwartet: Dissertationsthema: Tradition und Revolte: Die tibetische Neue Literatur auf der Suche nach einer Identität zwischen Buddhismus, Assimilation und ethnischem Modernismus (Arbeitstitel 2015)  f.erhard[at]uni-leipzig.de