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Mittelalterliche Literatur


Lübeck Mittelalter

Lübeck im Mittelalter  

Inhaltsübersicht:

1. Ausbildung und Schule 2. Kosten der Bücher  3. Althochdeutsche Literatur                                           4. Frühmittelhochdeutsche Literatur           5. Geschichte des deutschen Minnesangs                           6. Höfische Dichtung    7. Dichtung des Spätmittelalters

1. Ausbildung und Hochschule im Mittelalter


Vorlesung Mittelalter
Die Vorlesung im Mittelalter war eine Möglichkeit, einen Lehrstoff an die Studierenden weiterzugeben. Den Professoren war sogar bei Strafe verboten, schneller zu sprechen, als die Studenten mitschreiben konnten.

Universitätsgründungen Mitte 12. Jh.: älteste medizinische Hochschule Europas: Salerno

Mitte 12. Jh.: Bologna, um 1150. hat bald 3 Fakultäten:
Vorlesung II
    1. juristische Fak.,
    2. medizinische Fak.
    3. Fak der Artes liberales

als vierte ab 1356

    4. theologische Fak.

Diese vier klassischen Fakultäten sind bis heute z.T. bestimmend für die Organisation der Universitäten.

Mitte 12. Jh.: Paris, um 1160 ( aus der Domschule von Nôtre Dame). Kollegien um 1180. (1257: Robert de Sorbon: Collegium Sorbonianum )

Ende 12. Jh.: Oxford, um 1170 (Studenten aus Paris)

Anfg. 13..Jh..: Cambridge, um 1230 (< Studenten aus Oxford). An beiden: Colleges nach Pariser Muster.

Universitäten auf dem Boden des Römischen Reiches Deutscher Nation:

14. Jh. Prag, 1348 (Gründung Kaiser Karls IV. Karlsuniversität, 1366 Collegium Carolinum. 12 Kollegien zu Beginn, mit reichen Bibliotheken)

14. Jh. Wien, 1365 (Stiftung des Habsburgers Herzog Rudolf IV.)

Ende 14. Jh.: Heidelberg, 1386 (Gründung d. Kurfürsten Ruprecht I. von der Pfalz)

2. Kosten für Bücher                                                                                         zurück zur Inhaltsübersicht

StudiumBücher waren eine kostbare WareUniversität 2: Um die Summa theologica des T h o m a s

 

von Aquin zu kopieren, brauchte man Pergament aus 75 Schafhäuten; ein Gesetzbuch kostete in der Lombardei im 15. Jahrhundert ebensoviel wie der Lebensunterhalt einer Person für ein Jahr und vier Monate.

 

 

 

 

 

3. Althochdeutsche Literatur                                                               zurück zur Inhaltsübersicht

Die althochdeutsche Literatur ist ca. 780-1050 entstanden.

Unter Karl dem Großen (768-814) sind die ersten Zeugnisse der deutschen Literatur überliefert, die von schreibkundigen Mönchen in den Scriptorien einzelner Benediktinerklöster hergestellt wurden.

Als deutsche Literatur werden dabei sämtliche Texte in althochdeutscher Sprache angesehen, also auch die zunächst überlieferten deutschen Übersetzungen lateinischer Texte in Form von Glossen, Wörterbüchern sowie kirchlichen Gebrauchstexten (Tauf-, Beicht-, Gebetsformeln, Benediktinerregel, Psalmen, Bibeltexten).

Im 9. Jahrhundert kommen volkssprachliche Dichtungen hinzu: Das stabreimende altsächsische Evangelienepos Heliand und die Bruchstücke einer altsächsischen Genesisdichtung, aber auch das weltliche Hildebrandslied. Die einzigen noch erhaltenen Zeugen "heidnischen" Inhalts sind die Merseburger Zaubersprüche.

Im 10. Jahrhundert verstummt die deutschsprachige Literatur fast völlig, statt dessen entsteht eine mittellateinische Literatur im Gebiet nördlich der Alpen.

4. Frühmittelhochdeutsche Literatur                                           zurück zur Inhaltsübersicht

Als frühmittelhochdeutsche Dichtung wird die Phase der Literaturgeschichte bezeichnet, die in der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts beginnt und bis etwa 1170 andauert. Vor allem entstehen religiös belehrende und ermahnende Texte in mittelhochdeutschen Reimpaarversen, die sich besonders an Laien wenden.

Träger der Literatur ist die Geistlichkeit.

Um die Mitte des 12. Jahrhunderts gewinnt die Geschichtsepik als weltlich orientierte Dichtung erstmals poetischen Rang. Das bedeutendste Werk, die Kaiserchronik mit rund 17.000 Versen, erzählt episodenhaft die Geschichte des römischen Kaisertums von der Gründung Roms bis zu Konrad III. Das Rolandslied des Pfaffen Konrad schildert den Kampf Karls des Großen und seiner Paladine gegen die Sarazenen in Spanien sowie den Tod Rolands nach einem Verrat. Mit dem Rolandslied macht sich auch erstmals der Einfluss französischer Stoffe und Gestaltungsweisen bemerkbar, der die deutsche Literatur für die nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte prägen soll.

Den Vorwurf der Lüge konnten sich schließlich jene weltlichen Dichtungen zuziehen, die aufgrund ihrer phantastischen Abenteuer den Namen Spielmannsepik erhalten haben, ohne dass man Spielleute als Autoren dieser Werke nachweisen kann.

Eilhard von Oberge verfasste um 1170, wohl am Hofe Heinrichs des Löwen, ein frühhöfisches Tristanepos, das jedoch nur in Bruchstücken überliefert ist.

Am Ende dieser Periode und dem Beginn der nächsten steht Heinrichs von Veldeke Eneasroman (Eneit), der mit seinen reinen Reimen und der Betonung der Minne neben der ritterlichen Kampfesethik den Übergang zur höfischen Epik des Hochmittelalters schafft.

5. Geschichte des deutschen Minnesangs                                        zurück zur Inhaltsübersicht

Minnesang nennt man die schriftlich überlieferte, hoch ritualisierte Form der Liebeslyrik, die der westeuropäische Adel im Mittelalter pflegte. In deutscher Sprache (Mittelhochdeutsch) beginnt die Geschichte dieser Lyrik um1150. Im Spätmittelalter (ab ca. 1350) lösen andere Gattungen den höfisch-ritterlichen Minnesang ab.

Die frühest bezeugten Minnesänger sind Provenzalen. Dieser südfranzösisch-provenzalische Minnesang der Troubadours, später auch der nordfranzösische der Trouvè res hat wesentlichen Einfluss mindestens auf die Anfänge des deutschen Minnesangs. Am klarsten nachweisbar ist dieser Einfluss anhand so genannter Kontrafakturen, also der (deutschen) Neutextierung provenzalischer 'Töne' (unter einem 'Ton' ist die Einheit von Versmetrum und Strophenform plus Melodie zu verstehen). Weniger deutlich als derartige Kontrafakturen wird der französische Einfluss im erkennbaren Bemühen deutscher Minnesänger, mit raffinierten Metren und Reimtechniken ähnlich artifiziell zu glänzen wie die französischen Sänger. Diese am Ende der Minnesang-Entwicklung (etwa bei Frauenlob, Künstler-Pseudonym für Heinrich von Meißen, † 1318) eklatante Sprachkunst (Wortschatz, Reimtechnik) lässt sich zum größeren Teil auch ohne französischen Einfluss als interner Prozess beschreiben

6. Höfische Dichtung                                                                       zurück zur Inhaltsübersicht

6.1 Höfische Epik

Mit Heinrichs von Veldeke Eneit und dem etwa gleichzeitig entstandenen Erec Hartmanns von Aue (um 1180) beginnt die klassische mittelhochdeutsche Literatur, in der die höfische Epik neben der Minnelyrik und der Heldendichtung den Schwerpunkt der deutschen Dichtung um 1200 bildet. Man folgt in der Regel westlichen Vorbildern, wie dem Versroman Perceval von Chrétien de Troyes. Es schließen sich die Dichter Wolfram von Eschenbach und Gottfried von Straßburg an.

Der Wigalois des Wirnt von Grafenberg gilt bereits als ein nachklassischer Artusroman der Zeit um 1210. Um 1240 schuf Rudolf von Ems den Versroman Willehalm von Orlens und um 1260-75 wird der Jüngere Titurel des Albrecht von Scharfenberg angesetzt.

6.2 Lyrik (Minnesang)                                                                         zurück zur Inhaltsübersicht

Jene große lyrische Dichtungsströmung, die zahllose adlige und nichtadlige Dichter vom Kürenberger (um 1150) bis zu Oswald von Wolkenstein (1377-1445) beeinflusste und zu kunstvollen Liedern der Verehrung adliger Damen anregte. Mit Walther von der Vogelweide und Heinrich von Morungen erreichte diese Bewegung ihren Höhepunkt. Walther von der Vogelweide nahm darüber hinaus in seinen Spruchdichtungen zu Ereignissen der Reichsgeschichte wie zu moralischen Problemen Stellung und wurde so zum Vorbild und Anreger zahlreicher Spruchdichter nach ihm, die wie er selbst allerdings auf die Gunst fürstlicher Mäzene angewiesen waren (und »deren Lieder singen« mussten).

Heldenepik (-dichtung, -lieder)

Eine andere Form der Epik findet sich in der strophisch formulierten und höfisch umgesetzten Heldenepik, deren stoffliche Grundlagen ältere Heldenlieder und Sagen (z.B. um den Keltenkönig Artus und seine Tafelrunde) sind. Im mittelhochdeutschen Nibelungenlied (um 1200), in der Kudrun (um 1240) und in den etwas jüngeren Epen um Dietrich von Bern (um 1300) lassen sich solche Gestaltungen finden.

7. Dichtung des Spätmittelalters                                                      zurück zur Inhaltsübersicht

Mit dem Zerfall der Macht und des Ansehens des deutschen Kaisertums erlebte die unterhaltsame Märchendichtung ihre große Blüte. Als recht produktiv erwiesen sich die zahlreichen religiösen und didaktischen Autoren des Spätmittelalters, deren Werke besonderen Anklang fanden, wenn sie mit Fabeln und Erzählungen verknüpft wurden, so bei Ulrich Boner (Der Edelstein), Hugo von Trimberg (Der Renner), Heinrich Wittenwiler (Der Ring) und den Schachallegorien (Schachzabelbüchern).

Als geistig und sprachlich kreativ erwiesen sich die Autoren und Autorinnen der Mystik. Der späte Minnesang fand in bürgerlichen Volks- und Gesellschaftsliedern und im Meistergesang manche lebensfrohe Nachahmung.