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am 16.10: Flug nach Qingdao (umsteigen, da keine Direktflüge möglich sind) 2100 km

Qingdao (chinesisch 青島市 / 青岛市 ‚Grüne Insel‘, in früheren Umschriften auch Tsingtau oder Tsingtao) ist eine Hafenstadt in der Provinz Shandong (veraltet: Schantung) im Osten der Volksrepublik China. Die Abkürzung 青, Qīng bedeutet „grün“ oder auch „üppig/saftig“ mit Anspielung auf die Vegetation. Von 1898 bis 1919 gehörte die Stadt als Kolonie zum Deutschen Reich. Weltweit bekannt ist die Küstenmetropole für ihr Bier namens Tsingtao, das seinen Ursprung in der deutschen Kolonialzeit hatte.

Die Schantung-Eisenbahn gehörte von Anfang an zum Konzept der “deutschen Musterkolonie” in Tsingtau und sollte als Mittel weiterer Industrialisierung nichts als Segen bringen, doch wurde sie Auslöser blutiger Kämpfe. Diese Ereignisse spielen in dem im Jahre 2001 erschienenen Roman Die Sandelholzstrafe des Nobelpreisträgers Mo Yan eine wichtige Rolle. Der Autor gibt dabei den deutschen Truppen eine enthumanisierte Rolle. Ohne die phantasievollen Schilderungen von Mo Yan zu den Folterungen schildert der chinesische Historiker Xu Yip in seinem Aufsatz Die Stadt Tsingtau unter deutscher Kolonialherrschaft von 1897 bis 1914 und der Widerstandskampf der öffentlichen Zhendan-Schule das Verhalten der Kolonialherren gleichermaßen sehr negativ.Schutzgebiet

China,_deutsche Tsingtau-Soldaten

Deutsche Soldaten in Tsingtau. Postkarte: Tsingtao-Chinesen im Gefecht gegen Wilhelm II.

Tsingtao_Kolonialzeit

Wir besuchen Handlungsorte der Mo-Yan-Romane und natürliche die Gebäude aus der deutschen Kolonialzeit wie die vormalige Hauptmann-Müller-Straße, die Bierstraße von Qingdao

Lektüreempfehlungen:

Chun-Shik Kim: Deutscher Kulturimperialismus in China. Deutsches Kolonialschulwesen in Kiautschou (China) 1898–1914 (= Missionsgeschichtliches Archiv. Bd. 8). Franz Steiner, Stuttgart 2004, ISBN 3-515-08570-X (Zugleich: Hamburg, Universität, Dissertation, 2004: Deutsches Kolonialschulwesen in Kiautschou (China) 1898–1914.).
 

Christian Lautenbach (Hrsg.): Zwischen den Ären. Umwälzungen in Fernost. Augenzeugenberichte aus der chinesischen Revolution von 1911, vom Kampf um Tsingtau und von der Gefangenschaft in Japan. Vorwort von Wan-Hsuan Yao-Weyrauch. Longtai-Verlag, Heuchelheim 2007, ISBN 978-3-938946-09-1.
 

Günter Leicht (Hrsg.): Das Tsingtau-Tagebuch des Rodheimers Rudolf Schlierbach. Vorwort von Wan-Hsuan Yao-Weyrauch. Longtai-Verlag, Heuchelheim 2006, ISBN 3-938946-05-9.
 

Klaus Mühlhahn: Herrschaft und Widerstand in der „Musterkolonie“ Kiautschou. Interaktionen zwischen China und Deutschland 1897–1914 (= Studien zur internationalen Geschichte. Bd. 8). Oldenbourg, München 2000, ISBN 3-486-56465-X (Zugleich: Berlin, Freie Universität, Dissertation, 1998).
 

Hans Georg Prager: Tsingtau/Qingdao. Deutsches Erbe in China. Mit einem Vorwort vom Leiter des Chinesischen Historischen Museums in Tsingtau. Ares, Graz 2012, ISBN 978-3-902475-93-0.

Spiegel online 2008:  Kolonialerbe Reis im Bier

Kolonialgeschichte