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Sebastian Brants Narrenschiff erschien 1494 in Basel zum ersten Mal in  lateinischer und in deutscher Sprache. Als junger Geselle arbeitete  Albrecht Dürer in Basel und  schnitt einige der Druckstöcke - u.a. die beiden ersten  abgebildeten - zum Narrenschiff. Schon in diesem ersten Jahr wurden zahlreiche Nachdrucke in Nürnberg, Reutlingen oder Augsburg hergestellt, da es in dieser Zeit keinen  Urheberschutz gegen den Nachdruck gab.

Die Narrenliteratur im 16. Jahrhundert war fast ein  epochemachender Kunstbegriff, in dem in der Form der Satire moralische  Belehrung und Zeitkritik erfolgte.

Brant sammelte menschliche Laster, kritisierte die  Ständeordnung und knüpfte an die mittelalterliche Schwanktradition an.  Ziel seiner radikalen Kritik war es, das aus den Fugen geratene Volksleben durch die Satire wieder ins Lot zu  bringen und die Menschen zum christlichen Glauben zurückzubringen.

Das Rahmenthema der Narrenschifffahrt deutet auf eine allegorische  Versinnbildlichung des  menschlichen Lebens hin, auf ein Narrenschiff, das mit  Narren aller Art bevölkert ist und das durch das Meer menschlicher  Torheiten nach Narragonien segelt.

Das Buch handelt in den einzelnen Kaptiteln von den  einzelnen Narrheiten. Das Narrenschiff wird erst im 48. Kapitel wieder  erwhnt. Die Schifffahrt ist eine Allegorie für eine törichte Reise  durch  das Weltmeer aus Dummheit, Eitelkeit, Leichtsinn,  Übermut und Lasterhaftigkeit. Der Antrieb der reisenden Narren sind Hoffnungen und Wünsche.

Neben dem Motiv der Schifffahrt wird häufig des Motiv des Glückrades verwandt.

Aus meiner Sammlung sind hier die Titelseite “Narrenschiff und Narrenwagen” und die Blätter Bücher- und Modenarr dokumentiert, die von Dürer im Jahr 1494 gefertigt wurden.

Narrenschiff_Narrenwagen

 

Büchernarr
Der_Modenarr